Veröffentlicht am Dienstag, 28. Mai 2019

Bildung und Betreuung unserer Kinder

Die Bildung und Betreuung unserer Kinder bildet bereits seit vielen Jahren den Schwerpunkt kommunaler Tätigkeit in Friolzheim. In Gemeinderat und Verwaltung genießt dieses große Zukunftsthema seit jeher einen besonderen Stellenwert und hohe Priorität. Nicht umsonst sind in den letzten Jahren millionenschwere Investitionen der Gemeinde in diesen Bereich geflossen und nicht umsonst ist dieser Bereich mit Abstand der personal- und kostenintensivste im kommunalpolitischen Wirken Friolzheims. Mit einer Vielzahl von Maßnahmen wurde in den letzten gut eineinhalb Jahrzehnten dafür gesorgt, dass die Kindesbetreuung in Friolzheim seit Jahren vielseitig, flexibel und qualitativ hochwertig aufgestellt ist. Deshalb müssen wir den Vergleich mit anderen Gemeinden nicht scheuen – ganz im Gegenteil!

Grundsätzlich ist die Gemeinde für die Bereitstellung und Finanzierung von Betreuungsplätzen für Kinder bis zum Schuleintritt sowie für Bau und Unterhalt von Schulräumlichkeiten bis zum Übergang in eine weiterführende Schule zuständig. Die laufenden Ausgaben alleine für den Kitabereich sind in den letzten 16 Jahren um rund 400% auf zuletzt mehr als 2.000.000 EUR jährlich gestiegen. Nach Abzug aller Zuschüsse sowie der Elternentgelte verbleibt aktuell eine Finanzierungslücke von rund1,1 Millionen Euro oder durchschnittlich 5.000 Euro je Betreuungsplatz und Jahr, die die Gemeinde aus eigenen Mitteln finanzieren muss. Zusätzlich zu diesen hohen Steigerungsraten bei Kosten und Personal wurden zuletzt der Bau eines zweigruppigen Kindergartens an der Eichenstraße sowie der Ausbau der Ganztagesbetreuung an der Mönsheimer Straße finanziert und umgesetzt.

Darüber hinaus wurden von Rat und Verwaltung in vielen Bereich die Weichen auf „Zukunft“ gestellt – einige Beispiele dazu:

  • Großzügige und eigenverantwortliche Budgetierung der laufenden Ausgaben der Grundschule, moderne Ausstattung bei der Bürotechnik (Drucker, PC, PC-Raum), Aufstockung der Arbeitszeit für die wachsenden Aufgaben im Schulsekretariat, erste Schritte hin zur Digitalisierung in enger Abstimmung mit der Schulleitung
  • Bedarfsgerechter Ausbau der Schulräume und Weiterentwicklung der Außenanlagen in Zusammenarbeit mit der Schulleitung, laufende Finanzierung von Unterhaltungsmaßnahmen z. B. für den Erhalt und Isolierung der Fassade oder einen verbesserten Sonnenschutz
  • Von der Gemeinde finanzierte Sprachförderung, um Defizite auszugleichen und damit allen Schülerinnen und Schülern möglichst gleiche Startchancen zu ermöglichen

Im Bereich der Schulkindbetreuung engagiert sich die Gemeinde bereits seit über 20 Jahren auf freiwilliger Basis, eine gesetzliche Pflicht dazu besteht bis heute nicht. Mit dem erfolgreich vollzogenen Wechsel des Betreuungsträgers im vergangenen Jahr wurde die Betreuung weiter flexibilisiert, bislang regelmäßig fehlende Betreuungsplätze gehören seitdem der Vergangenheit an. Nach anfänglicher Skepsis erfreut sich der neue Träger, der in acht Enzkreisgemeinden tätige Verein Honigtopf e. V. aus Ispringen stetig wachsender Zustimmung und ist insbesondere bei den Menschen beliebt, die hier die unumstrittene Hauptrolle spielen: unseren Kindern!

Der Gemeinderat hat sich in den letzten Jahren mehrmals auch Gedanken über die konzeptionelle Weiterentwicklung unserer Grundschule gemacht: Die Umwandlung in eine Ganztagesschule wurde bereits zwei Mal zusammen mit Eltern und der Schulleitung diskutiert, jedoch aufgrund verschiedener Bedenken vor allem seitens der Schule sowie der Mehrzahl der Eltern aber nicht weiterverfolgt. Daneben bleibt festzustellen, dass veränderte Lernkonzepte sowie die pädagogische und inklusive Weiterentwicklung der Friolzheimer Grundschule nicht dem Gemeinderat als Träger, sondern dem Land Baden-Württemberg als oberster Schulbehörde sowie der Schule selbst obliegen. Gemeinderat und Verwaltung haben hier kaum Gestaltungsraum. Spielraum für neue, sinnvolle Entwicklungen gibt es dagegen stets für eine Weiterentwicklung aus den Einrichtungen heraus, so z. B. bei der in naher Zukunft anstehenden Fortschreibung des Kitakonzepts.

Uns allen muss dabei aber klar sein: Die beständig vorgebrachten Wünsche nach weiteren Leistungen im Bereich der Kindesbetreuung kosten viel Geld! Geld, das uns für andere Zielgruppen in der Gemeinde dann nicht mehr zur Verfügung steht oder über die Anpassung von Gebühren und Entgelten der Gemeinde wieder zur Verfügung gestellt werden muss.


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